Warum gibt es im Nahen Osten eine Hitzewelle?
Eine anhaltende Hitzewelle betrifft den Nahen Osten. Ursache sind beständige Hochdrucksysteme, die eine Hitzeglocke mit stabiler Atmosphäre und absinkender Luft bilden, wodurch Wolkenbildung und Niederschlag unterdrückt werden und die Sonneneinstrahlung die Oberfläche stark aufheizen kann.
Der Nahe Osten erwärmt sich doppelt so schnell wie der globale Durchschnitt. Wenn sich dieser Trend fortsetzt, wird die Durchschnittstemperatur in einigen Gebieten bis 2050 um vier Grad steigen (1). Gebiete mit hoher Luftfeuchtigkeit, wie die Golfstaaten, darunter die Vereinigten Arabischen Emirate und Kuwait, sind besonders gefährdet, da der menschliche Körper seine eigene Temperatur dann schlechter regulieren kann und Hitzestress schneller auftreten kann.
Die extreme Hitze kann die Luftqualität in der gesamten Region gelegentlich verschlechtern. Hohe Temperaturen beschleunigen die Bildung von bodennahem Ozon und erhöhen die Staubaufwirbelung, was in vielen Städten zu höheren Konzentrationen von PM2.5 und PM10 führt. Klimawissenschaftler führen die beschleunigte Erwärmung größtenteils auf den vom Menschen verursachten Klimawandel zurück (2).
Welche Städte oder Gebiete sind von der Hitzewelle betroffen?
Mehrere große Städte im Nahen Osten erleben während dieses Hitzewellenereignisses extreme Hitze; zu den betroffenen gehören:
- Ägypten: Aswan, Luxor und Mut.
- Iran: Ahvaz, Iranshahr und Zabol.
- Irak: Al Hillah, Bagdad und Nasiriyah.
- Kuwait: Al Abraq und Jahra.
- Oman: Haima, Ibra und Thumrait.
- Katar: Al Ameria, Al Ghuwayriya und Doha.
- Saudi-Arabien: Dschidda, Mulayjah und Riad.
- Vereinigte Arabische Emirate: Al Ain, Al Hameem und Ghiyathi.
Wie lange wird die Hitzewelle andauern?
Die Hitzewelle, die den Nahen Osten betrifft, begann Mitte Mai 2026 und dürfte voraussichtlich während der gesamten Sommermonate anhalten. Anders als kurzfristige Hitzeereignisse erlebt der Nahe Osten den ganzen Sommer über anhaltende Extremtemperaturen, wobei die Temperaturen konstant über 100°F (38°C) bleiben und an vielen Orten häufig 120°F (49°C) überschreiten (3).
Kuwait-Stadt, Doha, Dubai, Riad und Maskat sind intensiver, anhaltender Sommerhitze ausgesetzt, oft in Kombination mit
nächtliche Zurückhaltung oder Küstenfeuchtigkeit, wobei das Hauptproblem die lange Dauer extremer Hitze und die begrenzte nächtliche Entlastung ist.Hitzewellen werden regelmäßiger auftreten und länger andauern; im Nahen Osten rechnen die Menschen mit 200 Tagen außergewöhnlicher Hitze pro Jahr. Die Hitze wird voraussichtlich im Juli und August am intensivsten sein, wobei ab Ende September oder Anfang Oktober etwas Entlastung möglich ist (4).
Gibt es bereits Warnmeldungen?
In der gesamten Region gelten mehrere Hitzewarnungen und Hinweise. Die iranische Meteorologische Organisation gab eine seltene Warnmeldung heraus und betonte angesichts der weit verbreiteten und erheblichen Temperaturanstiege die entscheidende Bedeutung eines effizienten Umgangs mit Strom- und Wasserressourcen (5).
Ägyptens Zentrum für Klimainformationen gab Warnungen vor der außergewöhnlichen Hitzewelle heraus; Prognosen deuten auf extreme Hitze in Kairo, Oberägypten und im New Valley hin. In Kuwait verzeichnete Jahra acht aufeinanderfolgende Tage mit Tageshöchsttemperaturen über 50°C und nächtlichen Mindesttemperaturen, die zeitweise über 35°C lagen (6).
Die nationalen meteorologischen Dienste in den Golfstaaten geben fortlaufend Warnmeldungen heraus und raten von Aktivitäten im Freien während der größten Hitze ab, typischerweise zwischen 11 und 16 Uhr. Die Behörden empfehlen, sich in klimatisierten Räumen aufzuhalten, anstrengende Arbeiten im Freien zur Mittagszeit zu vermeiden, viel Wasser zu trinken und auf gefährdete Personen zu achten, darunter ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen.









